KKH-PROJEKT

ECDL für krebskranke Jugendliche

Das Projekt "ECDL für krebskranke Kinder und Jugendliche" ist eine Kooperation der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe, verschiedener Kliniken und des Consultingunternehmens die Berater® und wird von mehreren Organisationen wie der Österreichischen Computergesellschaft (OCG) unterstützt. Kinder und Jugendliche, die an Krebs erkrankt sind, können im Rahmen des Projektes den Europäischen Computerführerschein (ECDL) absolvieren. Ziel ist es, den Genesungsprozess durch neue Erfahrungen und Erfolgserlebnisse außerhalb des Krankheitsalltags positiv zu unterstützen. Das Projekt wurde im Jänner 2002 ins Leben gerufen und läuft mittlerweile erfolgreich in fast allen österreichischen Bundesländern.

Die Teilnehmer/innen im Projekt sind im Durchschnitt zwischen 10 und 19 Jahre alt. Das Projekt soll den Genesungsprozess der Kinder und Jugendlichen positiv beeinflussen und andere Therapien, z.B. psychologische oder ergotherapeutische Maßnahmen (wie Hirnleistungstrainings) unterstützen.

Die Beschäftigung mit einem konkreten Thema, die Gespräche mit einer Person von "Draußen", das gemeinsame Lernen, in Kontakt bleiben und die Erfolgserlebnisse der Prüfungen wirken sich positiv aus und ermöglichen Erfahrungen, die sich vom Krankheits- und Klinikalltag abheben. Der Wiederaufbau einer optimistischen Perspektive und die Anknüpfung an ein "Leben danach" wird durch das Projekt gefördert.

Individuelle Teilnehmer/innen - individuelles Lernen

Übergabe des ersten ECDL Zertifikates in Kärnten vor den Räumlichkeiten der Kinder-Krebs-Hilfe.

Mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird zuerst ein Erstgespräch geführt, bei dem das Projekt vorgestellt wird und Fragen beantwortet werden. Danach wählen die Teilnehmer/innen ein Thema, mit dem gestartet werden soll und erhalten eine Lern-CD und Lernunterlagen.

Gearbeitet wird in weiterer Folge möglichst regelmäßig im Spital, in den Räumlichkeiten der Kinder-Krebs-Hilfe oder zu Hause - je nach Zustand und Behandlungsphase. Während sich die Kinder und Jugendlichen im Spital aufhalten, wird in Gruppenworkshops gearbeitet, oder direkt am Krankenbett. Ein duales Lernsystem - das so genannte "blended learning" kommt dabei zum Einsatz: Die Teilnehmer/innen erarbeiten Inhalte einerseits selbstständig mittels Lernunterlagen, Lern-CD-Rom oder Arbeitsaufträgen und in regelmäßigen Abständen zusätzlich mit den speziell geschulten Trainerinnen und Trainern des Projektes. Ein weiterer wichtiger Baustein ist der Austausch in der Peer-Group. Das soziale Erarbeiten von Inhalten in der Klinik oder über Chatsysteme wird im Projekt aktiv gefördert, da sich durch die Identifizierung mit Gleichgesinnten und das gemeinsame Arbeiten an Inhalten, die nichts mit Krankheit oder Klinik zu tun haben, positive Auswirkungen zeigen. Die Lerngeschwindigkeit bestimmen die Teilnehmer/innen selbst.

Das Projekt läuft mittlerweile in nahezu allen Bundesländern. Die Zusammenarbeit erfolgt fließend. Das heißt, wenn beispielsweise ein Kind in Salzburg mit dem Projekt beginnt und sich dann für einen bestimmten Zeitraum in Graz zur Behandlung aufhält, wird direkt in der Klinik in Graz nahtlos weitergearbeitet.

Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

In jedem Bundesland werden so genannte Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren ausgebildet - Personen die meist direkt im Spital arbeiten oder laufend mit den Kindern und Jugendlichen zu tun haben. Diese Multiplikatorinnen und Multiplikatoren absolvieren selbst vorab den gesamten ECDL-Kurs samt Prüfungen, um mit den erworbenen Kompetenzen die Kinder und Jugendlichen optimal unterstützen zu können. Außerdem erhalten sie von den Trainerinnen und Trainern des Projektes alle nötigen Informationen zu den Lernunterlagen und zum aktuellen Projektstand.

Pro Bundesland werden grundsätzlich mindestens zwei Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren ausgebildet.

Qualitätssicherung, Kompetenzen

Die Auswahl der Trainer/innen für dieses Projekt läuft nach verschiedenen Gesichtspunkten. Neben der grundsätzlichen fachlichen Eignung (alle Trainer/innen sind geprüfte ECDL-Beurteiler/innen) werden in Vorgesprächen mit Psychologinnen und Psychologen der Kinder-Krebs-Hilfe bzw. der Kliniken besonders auf hohe soziale und pädagogische Qualifikationen und die Soft-Skills der Trainer/innen geachtet. Regelmäßige Teambesprechungen und Supervisions-Einheiten sind fixer Bestandteil des Projektes. In regelmäßigen Meetings und Reflexionsgesprächen mit den Verantwortlichen in den Kliniken, mit den Psychologen und Psychologinnen der Kinder-Krebs-Hilfe und natürlich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden die laufenden Schulungen besprochen, um hohe Qualität sicher zu stellen.

E-Learning im Blickpunkt

Das gesamte Projekt basiert auf Blended Learning. Besonders für jene Jugendliche, die in der Klinik sind (möglicherweise isoliert) haben auch andere Apekte des E-Learnings eine besondere Bedeutung. Skype kann den Kontakt zu Freundinnen und Freunden herstellen und Social Software Systeme schaffen die notwendige Vernetzung.

Kein Ersatz für - in dieser Situation kaum mögliche - reale Kontakte, aber eine vorübergehende Verbesserung. Selbst zwischen den Zimmern in der Klinik wird gerne und viel via Chat kommuniziert und selbstverständlich mit der Außenwelt.

Das "Learning" ist dabei eher Nebensache, die soziale Komponente steht im Vordergrund.

ORF-Beitrag vom 10.4.08

€CO-Bericht Volle Größe

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